Golden Tulip Hotel Reiss Kassel

Golden Tulip Hotel Reiss Kassel

documenta-Geschichte: Warum ausgerechnet Kassel

documenta-Geschichte: Warum ausgerechnet Kassel

Fridericianum, Sommer 1955: Arnold Bode hängt Bilder auf, die in Deutschland zwölf Jahre lang als Schande galten. Draußen ist Kassel noch halb Trümmerfeld.

Eine Stadt in Trümmern, eine Idee mit Mut

Kassel 1955 ist eine Stadt im Wiederaufbau. Beim Luftangriff vom 22. Oktober 1943 wurde die Stadt zu rund 80 Prozent zerstört. In der Altstadt brannten fast alle Fachwerkhäuser nieder. Zehn Jahre später sieht man diese Wunden noch überall. Genau in dieser Stadt plant der Kasseler Maler und Ausstellungsgestalter Arnold Bode etwas, das kaum jemand für möglich hält: eine große Schau moderner Kunst, mitten im gerade erst wieder aufgebauten Fridericianum.

Das Fridericianum selbst ist 1955 nur behelfsmäßig instand gesetzt. Bei den Luftangriffen 1943 und 1944 war es bis auf die Außenmauern und den Zwehrenturm ausgebrannt. Bode arbeitet mit dem, was da ist. Er hängt die Bilder vor nackte Wände. Die Räume verkleidet er mit Heraklith-Platten und PVC-Vorhängen. Beide Materialien wirken 1955 selbst noch neu und ungewohnt. Die Ruine wird Teil der Inszenierung, nicht ihr Makel.

Bode nutzt außerdem die Bundesgartenschau, die 1955 in Kassel stattfindet, als Rahmen. Er braucht Besucher, die ohnehin in der Stadt sind. Die erste documenta öffnet am 15. Juli 1955. Sie schließt am 18. September desselben Jahres.

Kunst, die verboten war

Was Bode zeigt, ist für die internationale Kunstwelt keine Sensation. Für viele Besucher in Kassel ist es die erste Begegnung mit Werken, die im Nationalsozialismus als „entartet“ beschlagnahmt, verkauft oder zerstört wurden. Fauvismus, Expressionismus, Kubismus, der Blaue Reiter, Futurismus, dazu abstrakte Malerei der zwanziger und dreißiger Jahre. Bode holt diese Kunst zurück nach Deutschland. Er tut es in einer Stadt, die selbst gerade erst wieder aufsteht.

Bode kennt diese Geschichte aus eigener Erfahrung. Der gebürtige Kasseler bekommt im Nationalsozialismus selbst Berufsverbot als Künstler. 1947 hilft er, die Kasseler Kunstakademie als Werkakademie neu zu gründen. Acht Jahre später steht er im Fridericianum und zeigt der Stadt, was ihr all die Jahre gefehlt hat.

Der Anspruch ist größer als eine Ausstellung. Es geht um Wiedergutmachung an Künstlern, die zwölf Jahre lang aus den Museen verschwunden waren. Es geht auch darum, Deutschland zehn Jahre nach Kriegsende zurück in die Reihe der Kulturnationen zu holen. Kassel, keine Kunstmetropole, wird zum Ort dieses Versuchs.

130.000 Besucher und ein neuer Name

Niemand rechnet mit diesem Erfolg. 130.000 Menschen kommen 1955 zur ersten documenta, in gut hundert Tagen. Der Begriff „Museum der 100 Tage“ ist seitdem fester Teil der documenta-Geschichte. Er beschreibt, was die Ausstellung bis heute ist: kein Dauerhaus, sondern ein Ereignis auf Zeit, alle fünf Jahre neu.

Der Erfolg von 1955 macht eine zweite documenta erst möglich, 1959. Aus einer Begleitveranstaltung zur Bundesgartenschau wird eine Institution, die es bis heute gibt. Kassel bleibt dabei, wo alles begann. Auch die documenta 16 im Sommer 2027 dauert wieder genau 100 Tage.

Wer heute durchs Fridericianum geht, geht durch dieselben Säle, in denen Bode 1955 gehängt hat. Der Friedrichsplatz davor sieht anders aus als 1943. Die Geschichte der documenta lässt sich in Kassel nicht nur lesen. Man kann durch sie hindurchlaufen.

1955: Arnold Bode initiiert die erste documenta in Kassel, im Rahmen der Bundesgartenschau.

15. Juli bis 18. September 1955: Laufzeit der documenta 1, im Fridericianum.

80 Prozent: So stark war Kassel nach dem Luftangriff vom 22. Oktober 1943 zerstört.

130.000 Besucher kamen 1955 in gut 100 Tagen – daher der Beiname „Museum der 100 Tage“.

12. Juni bis 19. September 2027: Laufzeit der documenta 16, wieder in Kassel, wieder 100 Tage.

Wer zur documenta 16 nach Kassel kommt, wohnt am besten dort, wo die Stadt selbst Geschichte erzählt: direkt am Hauptbahnhof, von dort in rund fünfzehn Gehminuten über die Treppenstraße zum Fridericianum. Die Frühbucherfrist für unser documenta-Angebot endet am 30. November 2026 – von heute an noch genau elf Wochen.

Zum documenta-16-Special im Golden Tulip Hotel Reiss Kassel

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Redaktionell verantwortlich: Hotel Reiss, Kassel. This article was created with AI assistance.